§ 132G SGB V

Vereinbarung nach § 132g Abs. 3 SGB V
über Inhalte und Anforderungen
der gesundheitlichen Versorgungsplanung
für die letzte Lebensphase
vom 13.12.2017

zwischen

dem GKV-Spitzenverband Berlin

und

– der Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e. V., Berlin
– der Arbeitsgemeinschaft Privater Heime und Ambulanter Dienste Bundesverband e.V., Hannover
– dem Bundesverband Ambulanter Dienste und Stationärer Einrichtungen e. V., Essen
– dem Bundesverband anthroposophisches Sozialwesen e. V., Echzell
– dem Bundesverband der kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen e. V., Köln
– dem Bundesverband evangelische Behindertenhilfe e. V., Berlin
– dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V., Berlin
– der Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e. V., Freiburg/Berlin
– dem Deutschen Caritasverband e. V., Freiburg im Breisgau
– der Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband e. V., Berlin
– dem DRK – Generalsekretariat, Berlin
– dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e.V., Berlin
– dem Verband Deutscher Alten- und Behindertenhilfe e. V., Essen
– der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e. V., Frankfurt am Main

§ 12 Anforderungen an die Qualifikation der Beraterin/des Beraters

(1) Die Qualifikation zur Beraterin/zum Berater ist am Deutschen Qualifikationsrahmen auszurichten (DQR). Der DQR beschreibt auf acht Niveaus fachliche und personale Kompetenzen, an denen sich die Einordnung der Qualifikationen orientiert, die in der allgemeinen, der Hochschulbildung und der beruflichen Bildung erworben werden. Die Niveaus haben eine einheitliche Struktur. Sie beschreiben jeweils die Kompetenzen, die für die Erlangung einer Qualifikation erforderlich sind. Der DQR unterscheidet dabei zwei Kompetenzkategorien: „Fachkompetenz“, unterteilt in „Wissen“ und „Fertigkeiten“, und „Personale Kompetenz“, unterteilt in „Sozialkompetenz“ und „Selbständigkeit“.

(2) Für die Ausübung der Tätigkeit als Beraterin/als Berater im Rahmen der gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase sind fachliche und personale Kompetenzen und Erfahrungen notwendig. Die fachliche Kompetenz zeichnet sich insbesondere durch medizinisch- pflegerische einschließlich palliative Kenntnisse sowie Kenntnisse im Sozial- und Betreuungsrecht und psychische, soziale, ethische und kulturelle Kenntnisse im Kontext von Alter und Sterben aus.

(3) Die personale Kompetenz zeichnet sich insbesondere durch eine Gesprächsführungskompetenz und Beratungshaltung aus, die

– kooperativ,
– kommunikativ,- selbstreflektierend,
– verantwortungsbewusst,
– respektvoll und
– empathisch ist.

(4) Die Berater verfügen über eine Grundqualifikation in Form einer abgeschlossenen Berufsausbildung als

– Gesundheits- und Krankenpfleger/in,
– Altenpfleger/in,
– Kinderkrankenpfleger/in,
– staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin/anerkannter Heilerziehungspfleger,
– staatlich ankerkannte Heilpädagogin/anerkannter Heilpädagoge,
– staatlich anerkannte Erzieherin/anerkannter Erzieher

oder eine andere vergleichbare Berufsausbildung
oder
über einen einschlägigen Studienabschluss im Bereich

– der Gesundheits- und Pflegewissenschaften,
– Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften

(insbesondere als Pädagogin/Pädagoge, Heilpädagogin/Heilpädagoge, Sozialarbeiterin/Sozialarbeiter, Sozialpädagogin/Sozialpädagoge, Psychologin/Psychologe, Theologin/Theologe)

und

eine dreijährige, für die gesundheitliche Versorgungsplanung einschlägige Berufserfahrung innerhalb der letzten acht Jahre, die mindestens den Umfang einer halben Stelle umfasst hat, insbesondere in einer vollstationären Pflegeeinrichtung oder einem ambulanten Pflegedienst, einem ambulanten Hospizdienst/ambulanten Kinderhospizdienst (hauptamtliche Koordinatorenkraft), einem stationären Hospiz/stationären Kinderhospiz, einem SAPV-Team, einer Palliativstation oder in einem Palliativdienst im Krankenhaus oder in Einrichtungen der Eingliede rungshilfefür Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche.

(5) Als Beraterin/Berater kommen auch Ärztinnen/Ärzte mit für die gesundheitliche Versorgungsplanung

einschlägiger dreijähriger Berufserfahrung in der gesundheitlichen Versorgung
von schwerstkranken oder sterbenden Menschen im ambulanten oder stationären Bereich in
den letzten acht Jahren in Frage.